Wege aus dem Mobbing

Ein Gastbeitrag von Stefanie Pittelkau

Ich bin selbst sehr vertraut mit dem Thema Mobbing. Es begann bereits in der Schulzeit – ein

verschwundenes Federmäppchen, der Inhalt des Ranzens wurde über den gesamten Flur verteilt und

ich durfte mein Portmonee aus der Toilette fischen. Ich wurde auf dem Schulweg abgefangen,

zusammengeschlagen und man nahm mir die Hausaufgaben weg. Dadurch bekam ich auch noch

Ärger mit den Lehrern und meinen Eltern. Sie glaubten mir nicht und erst durch einen Zufall kam

dann alles heraus.

 

Es gibt viele verschiedene Arten von Mobbing
und heutzutage findet man es fast überall. Am Arbeitsplatz, auf dem Schulhof und im Internet. Seit es diverse Online – Plattformen gibt, ist vor allem der Bereich Cybermobbing sehr groß geworden. Und man kann hier dabei weitestgehend

anonym bleiben. Die Mobber machen sich dabei häufig wenig Gedanken über die Folgen, die von depressiver Verstimmung bis zu Suizidgedanken reichen. In der ICD 10 werden diese Folgen unter Posttraumatischer Belastungsstörung, akuter Belastungsstörung und Anpassungsstörung aufgeführt.

 

Ein US- Forscherteam hat unlängst herausgefunden, das bei Mobbing das gleiche Gehirnareal

angesprochen wird, wie jenes, das für das Fühlen von körperlichen Schmerz verantwortlich ist.

Mobbing = Schmerz!

 

Doch wie geht man mit solchen Erlebnissen um. Welche Strategien gibt es?

Ich selbst habe viele Wege ausprobiert – Verhaltenstherapie, Familienaufstellung, Arbeit mit dem

inneren Kind, psychodynamische Gruppentherapien und Systemtherapie. Jeder Therapiezweig hat

mich natürlich ein Stück weitergebracht, aber keiner soweit wie der letzte Weg, den ich einschlug.

 

Vor drei Jahren begann ich mit der Methode THE WORK von Byron Katie zu arbeiten.
Nach einem halben Jahr war mir klar, warum die anderen Methoden nur mäßigen Erfolg gebracht hatten – sie

alle zielten hauptsächlich auf mein Umfeld ab, während die WORK mich dazu brachte, mein

eigenes Verhalten genauer unter die Lupe zu nehmen.

 

In meiner Kindheit hatte ich sicherlich einige schlechte Erfahrungen gemacht, doch diese Erfahrungen übertrug ich auf mein späteres Leben. Ich wurde misstrauisch, erwartete hinter jeder Ecke Verrat und glaubte, wenn ich zwei Leute tuscheln sah, es ginge um mich. Die äußere Ausgrenzung wandelte sich in eine innere Ausgrenzung – ich

grenzte mich selbst aus. Durch meine Gedanken und mein Verhalten.

 

Oft glauben Menschen, immer wieder ein und die selbe Erfahrung im Leben zu machen.
Meist passiert das jedoch dadurch, weil wir aufgrund unserer Erfahrungen auf ähnliche Situationen immer

gleich reagieren. Dadurch nehmen wir uns selbst die Möglichkeit, andere Erfahrungen zu machen.

 

Nachdem ich dies für mich erkannt hatte,

begann ich Stück für Stück mein Verhalten in der jeweiligen Situation zu verändern. Ich fragte mich, wie das Hier und Jetzt auf mich wirken würde, wenn ich ohne meine Geschichte wäre. Ohne die Erfahrung. Wie würde ich die Situation dann bewerten?

 

Am Anfang hat das natürlich nicht immer funktioniert.
Dann habe ich die Situation später noch einmal Revue passieren lassen und mir vorgestellt, diese ohne meine stressigen Gedanken zu erleben. Hirnforscher haben herausgefunden, dass das Gehirn nicht zwischen realen und

vorgestellten Situationen unterscheiden kann und damit ein großer Lerneffekt eintritt. Mittlerweile habe ich kein Problem mehr mit Ausgrenzung und Mobbing, ich habe erkannt, das diese Zeit vorbei ist und ich meine Schutzmechanismen, die ich über die Jahre aufgebaut habe, ablegen kann.

 

Es dauert nur Sekunden, Menschen mit Worten oder Taten zu verletzen,
doch es braucht Jahre, um den Schmerz zu mildern. Deshalb seid sorgfältig in dem, was ihr sagt oder tut. Mobbing richtet eine Schneise der Verwüstung an, die häufig unsichtbar ist. Das Forscherteam hat es sichtbar gemacht.

 

Mobbing = Schmerz

 

Niemand außer dir selbst kann dir Freiheit geben!

Stefanie Pittelkau, Coach für The Work. The Work ist für mich eine wunderbare Methode, um stressige Gedanken aufzulösen und um zu mehr Klahrheit, Selbstliebe und befreiter Handlungsfähigkeit zu gelangen.

 

https://www.steffi-pittelkau.de/

 

Für den Inhalt des Beitrags ist die Autorin verantwortlich.

 



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