Betriebliches Gesundheitsmanagement Studie 2018

Jeder zweite Arbeitnehmer empfindet seine Arbeit als eher stressig und weniger als vier von zehn Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern machen regelmäßig Mittags- bzw. Erholungspausen. Das ist das Ergebnis der pronova BKK bei einer Befragung von 1650 Teilnehmern.

9 von 10 Arbeitnehmern fühlen sich von ihrer Arbeit gestresst. Jeder Zweite sieht für sich ein mäßiges bis hohes Burnout Risiko. Die häufigsten Stressoren  sind:

 

- ständiger Termindruck

- Emotionaler Stress durch zwischenmenschliche Kontakte mit Kollegen, Kunden, Schülern, Patienten o.ä. 

- Überstunden

- Schlechtes Arbeitsklima

- Zu kurze oder fehlende Pausen

- Klima am Arbeitsplatz bzw. Lärm

- Ständige Erreichbarkeit

- Ärger am Arbeitsplatz durch Digitalisierung

- Erfolgsdruck

- hohe körperliche Belastung

- schlechte Ausstattung des Arbeitsplatzes

- Druck durch neue Technologien bzw. schnellere Kommunikation

- zu viele Geschäftsreisen

- Mobbing

- der tägliche Weg zur Arbeit

 

Über die Hälfte der Befragten gibt an, dadurch öfter unter folgenden psychischen und körperlichen Auswirkungen zu leiden wie:

 

- Kopf- und Rückenschmerzen

- anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung-

- Magen- und Verdauungsprobleme

- Konzentrationsstörungen

- innere Anspannung 

- Grübeln

- Lustlosigkeit

- Schlafstörungen

- Selbstzweifel

reagiert aber nicht konsequent auf diese Warnsignale.

 

Die Arbeitnehmer gehen bei leichten Beschwerden wie Rückenschmerzen, Erkältungen und Magen-Darm-Erkrankungen trotzdem zur Arbeit, lassen sich bei schweren grippalen Infekten krankschreiben, kurieren diese aber meist nicht richtig aus. Über 60% der Männer haben wegen der Krankschreibung ein schlechtes Gewissen, bei Frauen sind es sogar über 70%.

 

Zwei von drei Arbeitnehmern bekommen in ihrem Unternehmen Angebote zur Gesundheitsförderung. Am häufigsten:

 

- Eine Gesundheitsprüfung durch den Betriebsarzt

- Kantine mit gesundem Essen

- Sehtests 

 

Jedoch  werden diese Angebote von den Arbeitnehmern häufig als selbstverständlich und kostenlos  vorausgesetzt, wogegen sie sich Angebote wie:

 

- Obstkörbe

- Massage

- Rückenschule

wünschen und für die auch die meisten Arbeitnehmer bereit wären, Zuzahlungen zu leisten.

 

Der Stress bei der Arbeit wird überwiegend durch Fernsehen, Lesen, Musik hören oder im Internet surfen oder auch durch Süßigkeiten kompensiert.  Nur 35% der Befragten geben an, dass sie sich durch Sport/Bewegung an der frischen Luft ausgleichen und nur 10% machen Atem- oder Entspannungsübungen. 22% greifen bei Stress am Arbeitsplatz sogar regelmäßig zu Medikamenten.

 

Interessant auch die Unterschiede bei  Männern und Frauen. Jeder Zweite fühlt sich durch äußere Faktoren am Arbeitsplatz gestört, darunter sind jedoch mehr Frauen als Männer. Männer reagieren sich lieber mit Sport  oder Freunden an der frischen Luft ab, wogegen Frauen eher Süßigkeiten bevorzugen. Mehr Frauen (3 von 4) würden jedoch betriebliche Angebote wie  Yoga- und Entspannungskurse nutzen.

 

Nicht einmal 4 von 10 Arbeitnehmern machen regelmäßige Mittags- oder Erholungspausen, arbeiten aufgrund des Arbeitsanfalls lieber durch und essen nebenher oder nutzen die Pausen für geschäftliche Besprechungen/private Besorgungen und essen oft Fast-Food. Nur die Hälfte der Arbeitnehmer, die überwiegend sitzend tätig sind gibt an, zu versuchen, in der Pause ein paar Schritte an der frischen Luft zu gehen.

 

Das sagt eine repräsentative Befragung der pronova Gesundheitskasse im Rahmen ihrer Studie „Betriebliches Gesundheitsmanagement 2018“. Inhalt der Studie war was Arbeitnehmer für ihre Gesundheit tun und ob sie dafür von ihren Arbeitgebern unterstützt werden.

 

 

Mit freundlicher Genehmigung pronova BKK (2018): Betriebliches Gesundheitsmanagement 2018. BGM-Studie der pronova BKK. Leverkusen: pronova BKK. Web. https://www.pronovabkk.de/downloads/ae740f1f69ccabf0/pronovaBKK_BGM_Studie2018.pdf

9 von 10 Deutschen sind von ihrer Arbeit gestresst
Jede(r) Zweite fühlt sich von zu viel Lärm am Arbeitsplatz gestört
Jeder Zweite Arbeitnehmer ist von Burnout bedroht - Frauen sind stärker betroffen als Männer


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