Die Folgen von Stress für unsere Gesundheit

Und wie wir uns davor schützen können

Evolutionär gesehen

war Stress ein ganz natürlicher und Existenz erhaltender Zustand, denn es bedeutete, daß der Mensch  bei Gefahr blitzartig aus seinem Normal- in einen Alarmzustand versetzt wurde.

 

 

Dabei wird der  Organismus  mit Stress Hormonen geflutet, die Muskulatur angespannt, die Atmung und Aufmerksamkeit erhöht und die Informationsverarbeitung gesteigert, um innerhalb kürzester Zeit eine Entscheidung treffen zu können, wie auf  die Gefahrensituation reagiert werden soll, ob mit Kampf oder Flucht.

 

 

Die Lebensumstände heute haben sich im Vergleich zu damals  zwar erheblich geändert, die Fragestellung, sich der Situation zu stellen oder wegzulaufen ist aber immer noch dieselbe.

 

 

Unterschieden wird heutzutage aber nach positivem Stress (Eustress) und negativem Stress (Distress), bedeutet

 

- ob wir uns freiwillig in die Situation begeben
- wie wir uns in dieser Situation fühlen
- ob wir die Situation positiv bewerten oder belastend finden

 

Experten sind sich einig,
daß auch gelegentlicher negativer Stress nicht schadet und Menschen mitunter sogar zu Höchstleistungen animieren kann.

 

 

Doch die  allgemeine Regel besagt: Auf Anspannung sollte Entspannung folgen.

 

 

Wenn aber die wichtige Entspannung fehlt

und der Körper dauerhaft in "Alarm-Stellung" bleibt gibt es zuerst vielfältige psychische Symptome in Form von: Stimmungsschwankungen, Gereiztheit, innere Unruhe und Niedergeschlagenheit.

 

 

Kommt zu der schon vorhandenen Mehrfach Belastung von Beruf und Familie
dann noch zusätzlicher Stress, zum Beispiel in Form von  Streit, Beziehungsproblemen, Scheidung oder Erkrankung, wird oft eine gesunde Lebensführung vernachlässigt, was zu Übergewicht, Alkohol- oder Medikamenten Mißbrauch führen kann.

 

 

Doch das ist noch längst nicht alles,
laut dem Münchner Endokrinologen Stalla kommt es durch einen Mangel an Sexualhormonen zu sexueller Unlust und Unvermögen und durch das erhöhte Ausscheiden von Kalcium und den Überschuss an Kortisol  zu einem erhöhten Risiko an Osteosperose zu erkranken. Der Zusammenhang zwischen dauerhaftem Stress und der Erkrankung an Osteosperose ist neu, die Liste der bekannten Folgen dagegen nicht.

 

 

Als da wären:

Erhöhte Infekt Anfälligkeit, verzögerte Wundheilung, Zunahme von bösartigen Erkrankungen, Bluthochdruck, Zunahme des Bauchumfangs, Diabetes, schwindende Muskelmasse, Kopfschmerzen, Depressionen, Hörsturz oder Tinnitus, Magen-, Herz- und Kreislaufbeschwerden, chronische Müdigkeit.

 

 

Dazu kommt noch, dass der Hippocampus schrumpft, das ist der Teil des Gehirns, der für die Gedächtnisbildung zuständig ist, dass heißt die Konzentrationsfähigkeit und die Denkleistung wird geringer, die Vergesslichkeit höher.

 

 

Durch Schlafstörungen in Form von mehrfachem Aufwachen verkürzt sich die so wichtige Tiefschlaf Phase. Und das grade jetzt, wo bei einer übermäßigen Belastung ein gesunder Schlaf doch so wichtig wäre. Ein Teufelskreis.

 

 

Neuere Studien belegen sogar, dass die damit verursachten Erkrankungen das Risiko für eine spätere Alzheimer Erkrankung erhöhen.

 

 

Da Schäden, die durch chronischen Stress verursacht sind, oft nicht mehr rückgängig gemacht werden können,
raten Fachleute dazu frühzeitig Gegenmaßnahmen in den Alltag einzubauen, wie eine gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf und Bewegung.

 

Es sollten außerdem regelmäßig Hobbies und soziale Kontakte gepflegt werden.
Ratsam auch, sich immer mal wieder seine Auszeit zu nehmen, sich zurückzuziehen und Entspannungsübungen zu machen. Die Angebote dahingehend sind da vielfältig und es gilt nur, das Richtige für sich zu finden.

 

 

Eine Form der Entschleunigung ist es auch,

zurückzukehren  zum einfacheren Leben und auch mal auf etwas zu verzichten.

 Und es ist  fraglich, ob man denn wirklich ständig erreichbar sein muss?

 Aufputsch- und Suchtmittel können hier jedenfalls nie eine Lösung sein!

 

 

Dass durch eine dauerhafte Belastung die Stimmung umschlägt ist nicht verwunderlich, innere Unruhe, Gereiztheit und Niedergeschlagenheit machen sich breit. Wenn es überall nur Verpflichtungen gibt ist von Lebensfreude keine Spur mehr.

 

 

Ein wichtiger Ansatzpunkt  ist es also, einen Schritt in die Normalität zurückzugehen und die Lebensfreude wieder zurückzugewinnen. Die Frage ist nur, wie?

Durch Achtsamkeit zum Beispiel. Die Achtsamkeitspraxis hat ihre Wurzeln in der zweieinhalbtausend Jahre alten ‚Satipatthana-Sutra‘ der buddhistischen Lehren. Der Medizinprofessor Jon Kabat-Zinn erkannte den Wert der darin enthaltenen Meditationen für unser Leben im 21. Jahrhundert und entwickelte 1979 aus diesen Übungen ein medizinisches systematisches Programm zur Stressbewältigung, das unter dem Namen MBSR (Mindfulness-Based Stress Reduction = Stressbewältigung durch Achtsamkeit) bekannt ist. Inzwischen unterstützen weltweit immer mehr Menschen mittels dieser Achtsamkeitspraxis eine umfassende gesunde Lebensführung. (Quelle: Deutsches Fachzentrum für Achtsamkeit DFME)

 

 

Achtsamkeit bedeutet Entschleunigung und Konzentration auf
die alltäglichen kleinen Dinge des Lebens. Sich seiner selbst bewusst sein, im Hier und Jetzt leben und auch all die Selbstverständlichkeiten um uns herum bewusst und mit allen Sinnen wieder wahrzunehmen.

 

 

Das ist übrigens eins der  12. Lebensprinzip der Shaolin Mönche.
Es besagt, daß nichts, aber auch gar nichts selbstverständlich ist, sei es auch noch so klein und unscheinbar und auch wenn es selbstverständlich aussieht und wir es als selbstverständlich hinnehmen.

 

 

Was die fernöstlichen Mönche sagen, wenn man sie danach fragt,
was Achtsamkeit bedeutet: Aufmerksamkeit und Achtung Aufmerksamkeit im Moment und Achtung vor allem, was uns umgibt. Und all dies ohne es zu bewerten. Denn eine Wertung würde unseren Geist vernebeln. Denn wir sollen nicht Achtung haben, vor dem wie die Dinge sind, sondern davor, dass sie sind.

 

 

Das Prinzip gehört aber nicht nur ins Reich der Shaolin.
Es ist auch ein Baustein der kognitiven Therapieverfahren im Rahmen einer Verhaltenstherapie, bei der Einstellung, Gedanken, Bewertungen und Überzeugungen wichtig sind. Der Patient soll lernen, seine Sichtweise auf Dinge zu ändern und  diese aktiv zu gestalten.

 

 

"Achtsamkeitstherapien sind schon lange keine Esoterik mehr",
sagt der Psychologe Stefan Schmidt, der an den Universitäten Freiburg und Frankfurt a. d. Oder lehrt und forscht. "Sie werden zunehmend auch von Schulmedizinern anerkannt, insbesondere im amerikanischen Raum."

 

 

Ein Blick zurück in die Kindheit verdeutlicht den Wunschzustand,
denn da konnten wir das noch. Als wir  staunend vor Ameisenhaufen und reißenden kleinen Bächlein standen, jedes Detail in uns aufsaugten und uns darüber freuten. Als wir noch die Schuhe auszogen, um mit den Füßen den Boden, die Wiese oder das Wasser zu erkunden und voll im Entdeckermodus waren, so dass uns wirklich nichts entgehen konnte und wir darüber die Zeit vergaßen, bis Mutter uns mahnte, dass es Zeit wäre, aufzuhören zu spielen und reinzukommen. Aber wer wollte schon rein?

 

 

Heute als Erwachsener sehen wir es von der  anderen Seite
und unser Entdeckertum, was das betrifft, ist uns leider meist komplett abhanden gekommen.

 

Also ab und zu ein Blick zu wagen wie durch Kinderaugen würde nicht schaden, ganz im Gegenteil.

 

 

Dazu gehört allerdings eine Änderung der Sicht- und Denkweise,
die man erst wieder lernen und üben muss. Achtsam zu sein gegenüber sich selbst und gegenüber den Mitmenschen, der Natur und allen anderen Lebewesen.

 

 

Und aufgrund der Dringlichkeit im Bezug auf die ernsten Folgen von Stress kann es nur einen Rat geben:

 

Fang SOFORT damit an!!!

 

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Es lohnt sich, also wieder reinzuschauen :-)

 

Mit entspannten Grüßen und bis bald?

 

Silvia

Mann liegt in einer Wiese und entspannt
Regel: Auf Anspannung sollte immer Entspannung folgen!
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