Wie Susann ihren Weg fand, um mit Stress besser umzugehen!

Es ist 6.15 Uhr und endlich hat sie es geschafft sich aus dem warmen Bett zu quälen und sich abzuduschen. Bei einem kurzen Blick in den Spiegel schreckt sie kurz hoch. Wenn doch nur diese dunklen Augenringe wieder verschwinden würden. Kein Wunder, dass meine Schwester neulich meinte, dass ich zehn Jahre älter aussehe. Aber gut, ich habe ja gerade auch ziemlich viel Stress. Ist ja auch kein Dauerzustand - zum Glück - das wird sich mit Sicherheit nach dem Pitch wieder einrenken.

 

Punkt 6.30 Uhr und die Kaffeemaschine beginnt zu laufen. Ein Geräusch, das Susann mittlerweile ein wenig Halt im Leben gibt; suggeriert ihr der Klang des durchlaufenden Kaffees doch, dass sie es wieder rechtzeitig aus dem Haus und pünktlich zur Arbeit schaffen würde. Während der brühend heiße Kaffee durchläuft, bemerkt Susann wie schmerzhaft ihr das Stehen zurzeit fällt. Sie tippelt daher von einem Fuß zum anderen und versucht mit den Zehen zu wackeln, damit sie sich vom Schmerz ablenken kann. Da ihr Nacken auch schon seit Tagen schmerzt, kann sie sich kaum noch nach links oder rechts drehen, ohne dass sie keine Schmerzen verspürt.

 

Was für ein Leben. Aber wie gesagt - ist ja zum Glück auch kein Dauerzustand. Nur noch eine Woche und dann kann ich mir endlich mal wieder 5 Minuten für mich nehmen. Dafür muss jetzt aber erst der Pitch noch gewonnen werden. Was für'n Stress.

 

Kaum ist der Kaffee durchgelaufen, trinkt Susann die erste Tasse auch schon im Akkord herunter. Früher mochte sie ihren Kaffee am liebsten noch mit aufgeschäumter Milch, doch hat sie hierfür schon lange keine Zeit mehr. Schwarz und heiß - schließlich soll er mich ja nur wachhalten.

 

Pünktlich um 8 Uhr im Büro angekommen, setzt sie sich sofort an ihren Schreibtisch und fängt mit den morgendlichen Routineaufgaben an. E-Mails lesen, aussortieren und die heutigen To-Dos priorisieren. Sie nimmt sich 10 Uhr als Deadline vor, damit sie die restlichen 8 bis 9 Stunden an ihrer Pitch-Präsentation arbeiten kann. Eine richtige Mittagspause gab es schon seit Wochen nicht mehr und wird es auch heute wieder nicht geben. Mikrowellensuppe, ein Apfel sowie 4 Kaffee zählen derzeit zu Susanns täglicher Ernährung und schaffen es irgendwie noch sie durch den Tag zu bringen. Von ihren Kollegen bekommt sie hierfür die größte Anerkennung, zeige sie doch enormen Biss und Durchhaltevermögen. Eigenschaften, die man wohl in der heutigen Berufswelt braucht.

 

"Jetzt muss ich nur noch diesen Pitch gewinnen." Sie erfährt im Laufe des Tages, dass der Pitch in ihrer Eigenverantwortung liegen wird, da ihre Teamkollegen kurzfristig auf andere Projekte zugeteilt wurden. Es handle sich bei ihren Kollegen schließlich auch um Neukunden, die vorerst mehr Betreuung benötigen als Susanns Bestandskunden. Außerdem sei die Präsentation ja sowieso schon so gut wie fertig, so dass Susann nur noch den Feinschliff machen müsste. Eine Welt bricht für die momentan labile Susann zusammen. "Wie kann man mir das antun? So kurz vor dem Projekt? Sieht mein Chef nicht, wie überarbeitet ich momentan bin? Ich kann einfach nicht mehr."

 

Kaum schließt Susann ihre Haustür gegen halb 8 auf, bricht sie schon in Tränen zusammen. Ihre Schwester findet sie 10 Minuten später auf dem Boden kauernd und sichtlich gezeichnet von den Strapazen der letzten Wochen. Sie waren um 8 seit langem mal wieder zum Essen verabredet, was Susann nach den heutigen Ereignissen aber völlig vergessen hatte. Auch ihre Schwester bemerkt sofort, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Sie rät Susann zu einem Stressmanagement Training,  dass vor allem Burnout präventiv angehen sollte.

 

Da sich Susann zuvor noch nie mit Stressmanagement auseinandergesetzt hat, scheint sie von der Idee zunächst aber nicht angetan zu sein. Ihre Schwester, die ihr aber schon in den letzten 2 Jahren zu einer Stressmanagement Beratung geraten hat, besteht förmlich darauf, da sie nicht mehr mit ansehen kann, wie sich ihre kleine Schwester vor lauter Druck zugrunde arbeitet. Mit ein wenig Überredungskunst schafft sie es dann letztendlich doch noch ihre Schwester zu einem Anti-Stress-Training bei mir zu überreden.

 

5 Wochen später trifft Susanns Schwester auf eine völlig ausgewechselte Person. Susann erstrahlt im Glanze ihrer jungen 28 Jahre und scheint das Mentoring aus den letzten Wochen hervorragend aufgenommen zu haben. Die Erleichterung ist ihr sichtlich ins Gesicht geschrieben und so langsam scheinen sich auch die Nackenverspannungen und Rückenschmerzen zu lösen. "Der Cut", sagt sie,  "war das Beste, was mir im Nachhinein passieren konnte."

 

"Ich musste mir selber eingestehen, dass ich Hilfe brauche und das war vermutlich auch am schwierigsten. Ich merke aber, wie sehr mich das Training bereits verändert hat. Ich kann besser mit meiner Zeit umgehen, habe gelernt stressige Situationen zu bewältigen und kann meinen Ärger und meine  Gefühle im Großen und Ganzen besser kontrollieren."

 

"Ich bin mir sicher, dass ich in Zukunft achtsamer mit mir und meinem Körper umgehen werde, so dass ich hoffentlich nie wieder unter Druck zusammenbrechen werde. Auch wenn es noch ein längerer Weg ist, denke ich, dass das Stressmanagement eine wichtige und vor allem notwendige Investition in meine Gesundheit - in meine Zukunft - war."



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